WerkstattAtelier Ursula Quack  
Mehrgenerationenhaus: Unter den Arkaden am Harthof


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Das interkulturell ausgerichtete Mehrgenerationenhaus
„Unter den Arkaden“

1. Die Idee

2. Was wissen wir über die Bedürfnisse von Familien und Generationen im sozialen Umfeld unseres MGH?

3. Wie werden wir in Bezug auf diese Bedürfnisse unsere Schwerpunkte setzen?

4. Wie werden die verschiedenen Generationen von unserem MGH profitieren?


1. Die Idee
Da der Stadtteil vom Zentrum der Stadt sehr entfernt liegt, gibt es gerade bei SeniorInnen, jungen Müttern/Vätern und Jugendliche eine große Nachfrage nach Angeboten vor Ort. Ein weiterer Grund für den Ausbau der bereits bestehenden Einrichtung „Unter den Arkaden“ ist die sukzessive Sanierung und somit Veränderung des Wohnviertels, die zunehmend das Bedürfnis nach einem feststehenden Ort der Begegnung und Klärung unterschiedlicher Fragen hervorruft.

Die Hauptziele sind:

  • Wohnortnahe Angebote
  • Hinführung zu Selbsthilfe und Selbstorganisation
  • Aktivierung eines selbsttragenden Nachbarschaftsnetzes mit bürgerlichem Engagement
  • Beratung und Unterstützung bei Alltagsproblemen
  • Stärkung der gegenseitigen Akzeptanz
  • Nutzung der Ressourcen von SeniorInnen
  • Bildung und Qualifizierung
  • Einbindung beeinträchtigter Menschen
  • Schaffung von Beschäftigungsangeboten
  • Vernetzung bereits bestehender Angebote
  • Einbezug der lokalen Ökonomie

Schon lange ist neben der zu geringen Raumkapazität das Fehlen einer adäquaten Ausstattung und des dafür notwendigen Stundenkontingents ein Problem, um Anfragen nach Angeboten und der gezielten Vernetzung im Stadtteil gerecht zu werden. Im laufenden Betrieb zeigt sich, dass der Bedarf für ein interkulturell ausgerichtetes MGH absolut vorhanden ist.
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2. Was wissen wir über die Bedürfnisse von Familien und Generationen im sozialen Umfeld unseres MGH?

Das MGH befindet sich in einer Wohnanlage der GWG mit ca. 2000 Wohneinheiten in Einfachausstattung. Die BewohnerInnen der Sozialwohnungen sind meist minderverdienende, junge und kinderreiche Familien, Alleinerziehende (22,8%), Rentner mit meist geringer Rente, Arbeitslose, Empfänger von Transferleistungen.

Die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sind nicht ohne weiteres auf einen Nenner zu bringen

  • 34,5 % der Bewohner haben einen Migrationshintergrund
  • Die Interventionsdichte durch die BSA ist mit 11 % überdurchschnittlich hoch und zeigt überdeutlich den Bedarf auf langfristige Betreuung
  • Das oftmals anzutreffende niedrige Einkommensniveau verhindert die Teilnahme an Bildungs-, Kultur- und Qualifizierungsangeboten
  • Die finanzielle Lage führt zur sozialen Abgrenzung
  • Die Sanierung der Siedlung ist aufgrund der befürchteten noch größeren wirtschaftlichen Not durch Mietsteigerung sehr belastend
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3. Wie werden wir in Bezug auf diese Bedürfnisse unsere Schwerpunkte setzen?

Was es bereits gibt ...

„Unter den Arkaden“ werden innerhalb der Teilprojekte Bewohnertreff, Mütterzentrum, Integra.net und LernZiel bereits folgende Angebote gemacht:

  • LernZiel: sozialpädagogische Lernhilfe (200 SchülerInnen aus den Stadtbezirken 11
    und 24) + Lernhilfe für 24 SchülerInnen im Hartz IV-Bezug aus 8./9. Klasse
  • Patenprojekt „Nordlicht“ (Vermittlung von Patenschaften für Alt und Jung)
  • Aktive Teilhabe an der Programmgestaltung des Bewohnertreffs/Mütterzentrums
  • Bildungsangebote (Berufsbezogene Deutschkurse, Computer- und Englischkurse,
    Frühförderung)
  • Qualifizierungsbausteine für den (Wieder-) Einstieg in das Berufsleben
  • Arbeitsgelegenheiten (Kinderbetreuung, Thekenbetrieb, Tauschbörse usw.)
  • offene Treff- und Begegnungsmöglichkeiten (multikulturelle Feste, Flohmärkte, Inter
    netcafé, Gymnastikkurse)
  • Mitgestaltung der BesucherInnen des Außengeländes und der Räumlichkeiten
    (Schaffen von Identifikation)
  • kulturelle Angebote („Kultur unter den Arkaden“, Bauchtanzkurse, Kino, Lesungen)
  • Frauengruppen (Seniorenfrühstück, türkischer Treff, Still- und Krabbelgruppe, Kurz-
    zeitbetreuung für Kleinkinder)
  • Beratung und Vermittlung an andere Institutionen und Einrichtungen
  • enge Kooperation mit allen vorhandenen sozialen Einrichtungen und Fachkreisen vor
    Ort. Auch Firmen in der Sozialregion sind einbezogen.


Was kommt hinzu...

Unser Ort der Begegnung wird ausgeweitet, alle BewohnerInnen des Stadtbezirks finden darin ihren Platz. Die Vielfalt des Quartiers spiegelt sich im MGH wieder.

-Aufbau eines tragfähigen Nachbarschaftsnetzes
-Stärkung der Erziehungsfähigkeit und Elternkompetenz durch Eltern-Kind-Gruppen
-Deutschkurse für Besucherinnen mit Migrationshintergrund
-Spielerische Sprachförderkurse für Kinder
-Arbeitsgelegenheiten zur Vorbereitung auf den (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben
-Einbeziehung von Betrieben auch für günstige Dienstleistungen
-Niedrigschwellige Bildungs- und Qualifizierungsangebote
-Beratung und Weitervermittlung bei sozialen wie persönlichen Problemen
-Initiierung von Selbsthilfegruppen und offenen Treffs
-Mulitikulturelle Angebote für Verständnis und Toleranz
-Aufgreifen vorhandener Ressourcen durch Patenprojekte
-Kostengünstiger Mittagstisch
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4. Wie werden die verschiedenen Generationen von unserem MGH profitieren?

Der zunehmenden Isolation in der Großstadt wird durch die vielfältigen Begegnungsmöglichkeiten und der aktiven Teilhabe an der Angebotsgestaltung entgegengewirkt. Gruppen, die sich selbst organisieren zeigen ein hohes Maß an Eigenmotivation und eine starke Identifikation mit ihrem Anliegen. Da das MGH ein vertrauter Ort im Stadtteil ist, ist die Bereitschaft für kostengünstige und gut erreichbare Bildungs- und Qualifizierungsangebote sehr hoch. Das Verständnis und die Akzeptanz untereinander wächst durch die gemeinsamen Aktionen.
Wir arbeiten an der Entwicklung einer lebendigen Nachbarschaft, die den sozialen Frieden der Stadtgesellschaft stärkt, in dem Probleme neu bewältigt werden können. Die Aktivierung von Bewohner und Bewohnerinnen, die Initiierung von integrativer Stadtteilkultur und eine kommunalpolitische Teilhabe sind Wege zur Verbesserung der sozialen Integrationskraft von Nachbarschaften, die in Programmen wie der „Agenda 21“, der „Sozialen Stadt“ und in den Leitlinien der Stadt München vorgeschlagen werden.
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